LLM (Large Language Model)

von Nicole Angela Buck

Was ein LLM ist – oder: warum Deine Handytastatur eigentlich der kleine Bruder von ChatGPT ist

Wenn Du auf Deinem Handy einen Satz tippst und die Tastatur Dir das nächste Wort vorschlägt – das ist im Prinzip dasselbe Prinzip wie ChatGPT. Klingt komisch, ist aber so. Beide raten das nächste Wort. Der Unterschied ist nur Skala. Deine Handytastatur kennt ein paar Tausend Wörter und Kombinationen aus Deiner Tippgeschichte. Ein LLM kennt im Prinzip alles, was jemals digital geschrieben wurde, und hat das in Form von mathematischen Mustern gespeichert.

LLM steht für Large Language Model. Großes Sprachmodell. Und „groß" ist eben das entscheidende Wort.

Was ist ein LLM eigentlich?

Ein LLM ist die Technologie, die hinter Werkzeugen wie ChatGPT, Claude oder Gemini steckt. Es ist keine Datenbank, in der Antworten abgespeichert sind. Es ist auch keine Suchmaschine, die im Internet nachschaut. Ein LLM ist im Kern ein riesiges statistisches Modell, das gelernt hat, welches Wort mit welcher Wahrscheinlichkeit auf welches andere folgt.

Trainiert wird so ein Modell mit enormen Textmengen: Bücher, Webseiten, Forenbeiträge, wissenschaftliche Arbeiten, Wikipedia, Codezeilen. Während des Trainings lernt das Modell keine Fakten im klassischen Sinn, sondern Muster. Wie hängen Wörter zusammen? Welche Konzepte tauchen oft gemeinsam auf? Wie ist Sprache strukturiert?

Wenn Du dann eine Frage stellst, generiert das Modell die Antwort Wort für Wort, indem es für jedes nächste Wort die wahrscheinlichste Fortsetzung berechnet. Das Ganze passiert in Millisekunden und sieht aus wie Magie. Ist aber Statistik in groß.

Was Du wirklich wissen musst

Drei Dinge sind hier praktisch wichtig.

Erstens: Ein LLM weiß nichts. Es kann nicht zwischen wahr und falsch unterscheiden. Es kann nur einschätzen, was wahrscheinlich plausibel klingt. Deshalb halluziniert es (siehe Halluzination). Deshalb ist es bei Mathematik nicht immer zuverlässig. Und deshalb ist es bei aktuellen Ereignissen oft veraltet, weil sein Training irgendwann aufhörte.

Zweitens: Es gibt nicht „die KI". Es gibt verschiedene LLMs von verschiedenen Anbietern, und die unterscheiden sich. Claude ist von Anthropic, ChatGPT von OpenAI, Gemini von Google. Die haben unterschiedliche Stärken, unterschiedliche Persönlichkeiten, unterschiedliche Schwerpunkte. Welches besser ist, hängt davon ab, was Du machen willst.

Drittens: LLMs werden ständig weiterentwickelt. Was vor einem Jahr noch nicht ging (komplexe Tabellen, lange Dokumente verstehen, Bilder analysieren), geht heute oft selbstverständlich. Wer einmal getestet hat und festgestellt hat „kann das nicht", sollte alle paar Monate wieder probieren. Es hat sich was geändert, garantiert.

Was Du damit machst

Hör auf, „KI" zu sagen, wenn Du LLM meinst. Das macht es klarer im Kopf, was Du eigentlich nutzt. Ein Saugroboter ist auch KI, aber er ist kein LLM. ChatGPT ist ein LLM. Claude ist ein LLM. Wenn jemand mit Dir über KI redet, ist die erste Frage: welches LLM, oder etwas ganz anderes?

Und: Probier verschiedene LLMs aus, bevor Du Dich auf eines festlegst. Die Antworten auf dieselbe Frage sind unterschiedlich, manchmal sehr. Welches Modell zu Dir und Deinem Stil passt, merkst Du erst, wenn Du zwei oder drei nebeneinander hattest.

Verwandte Begriffe in dieser Sammlung: Prompt, Halluzination, Token, ChatGPT, Claude
Stand: Mai 2026

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Ich bin Nicole

Nicole Angela Buck – KI-Trainerin und Kommunikationsdesignerin in ihrem Atelier, lächelnd in gelbem Blazer

Mit über 25 Jahren Erfahrung als Kommunikations- und Grafik-Designerin und meiner Ausbildung als zertifizierte KI-Trainerin unterstütze ich Dich dabei, Deine Firma optimal online zu präsentieren. Lerne, wie Du durch präzise und intelligente Online-Strategien Deinen Betrieb nicht nur zeigst, sondern eine Geschichte erzählst, die bleibt. Mit Unterstützung einiger wichtiger KI-Tools darf Dein Content-Marketing wirklich Spaß machen!

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